Um einen guten und sachlichen Eindruck
(geschichtlich etc. ) über die Freimaurer und die Freimaurerei zu
bekommen, empfehlen wir die freie Enzyklopedie WIKIPEDIA.
http://de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei
Und hier im Anschluss ein kurzer Aufriss von unserem Br:.
Wolfgang:
Die Freimaurer
Idee - Philosophie - Ziele
Idee:
Die
Renaissance führte aus dem schweren Mittelalter. Die Grundstimmung
wurde heiter, die Kunst, wissenschaftliche Entdeckungen und die
Entdeckung neuer Kontinente öffneten das Weltbild und stellten
überkommene Vorstellungen in Frage. Als Höhepunkt erschütterte die
Reformation die Grundlagen des katholischen Glaubens und das Gefüge der
weltlichen Herrschaft. Dem Zeitalter der Renaissance folgte das
Zeitalter der Aufklärung. Die Menschen erlebten sich individueller und
wollten nicht mehr den alten gesellschaftlichen und geistlichen
Ordnungen bedingungslos unterworfen sein. Als weiteren Höhepunkt führte
dies 1789 zur Französischen Revolution, um endgültig die Repression des
absolutistisch regierenden Herrschers abzuschütteln und sich aus der
geistigen und weltlichen Herrschaft der katholischen Kirche zu
befreien. Um in Freiheit leben zu können, siedelten viele Menschen auf
den nordamerikanischen Kontinent über, was dort schließlich zu der
Gründung der USA führte. Im übrigen Europa führten die
Freiheitsgedanken 1848 zu Revolutionen und 1918 schließlich zum Ende
der meisten Monarchien.
Daraus entwickelten sich die heute international anerkannten
Menschenrechte.
Hier ein Auszug:
-
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
-
Jeder hat Anspruch auf Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen
Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion,
politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer
Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.
-
Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
-
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied
Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz.
-
Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.
-
Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung.
- Alle
Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu
Vereinigungen zusammenzuschließen. Niemand darf gezwungen werden, einer
Vereinigung anzugehören.
Die Freimaurer setzen sich vorbehaltlos für die Verwirklichung dieser
Menschenrechte ein.
Philosophie:
Felsen und Steine:
Alttestamentarisch wird ein Bild für Gott gegeben:
> Stell dir vor, Gott ist ein Felsen und die Steine des Felsens
sind die Menschen. <
Freimaurer
nehmen das Sinnbild des Steins, des rauhen unbehauenen Steins für sich
selbst. Dieser wird mit Kraft (Hammer) und Geschicklichkeit (Meisel)
bearbeitet. Die Ecken und Kanten werden abgeschlagen, bis er so behauen
ist, dass er sich mit anderen Steinen in den Tempel der Humanität
einfügen lässt. Ein Kunstwerk, deshalb wird die Freimaurerei auch als
„königliche Kunst“ bezeichnet.
Wissen und Nichtwissen:
Es
gilt, den Geist in uns zu erforschen, das „Erkenne Dich selbst...“ und
sich im Handeln auszudrücken, „...und werde der Du bist!“, zur
Erfüllung eines geheimnisvollen Planes des „Großen Baumeisters aller
Welten“, des „Grand Architecte“.
Das Bewusstsein, der Geist des
Menschen, drückt sich handwerklich im Tun aus. Dabei ist klar, dass es
Bereiche des Wissens (die helle Seite) und des Unwissens (die dunkle
Seite) gibt. So kommen die Freimaurer aus der Nacht, gehen in den Tag
bis Hochmittag und weiter nach Westen bis gegen Mitternacht.
Der
Mensch steht in der Spannung von Wissen und Unwissenheit. Der
Freimaurer macht sich auf den Weg, die Unwissenheit, das Geheimnis, zu
erforschen und Erkenntnis zu gewinnen. Das sind die ursprünglichen
Ideen der Handwerker der Bauhütten.
Die Loge:
Die
Freimaurer haben das übernommen. Die Loge ist die geistige Werkstatt,
steht im Süden, dort wo der Geist erforscht wird und Erkenntnisse
gewonnen werden. Im Norden davon ist die Werkstatt, wo die geistigen
Ideen sich in handwerklicher Geschicklichkeit ausdrücken (das Wirken in
der Gesellschaft). Weiter im Norden ist der Bau des Tempels
(Kathedrale), sinnbildlich für den Felsen, in kunstfertiger
Selbsterfüllung des „Grand Architect“.
Die Werkzeuge:
Freimaurer
arbeiten symbolisch mit Werkzeugen. Alles um die Bauhütte herum, die
Werkzeuge des Bauhandwerks haben eine symbolische Bedeutung.
Freimaurer
erarbeiten geistige Grundlagen, um Unwissenheit zu erhellen und sich im
ethischen Handeln auszudrücken. Diese Arbeit bedarf Mündigkeit. Und die
eigene Mündigkeit zu erlangen, jederzeit frei über seinen Weg
entscheiden zu können, ist die Voraussetzung jeder freien, geistigen
Arbeit. Mit diesem Grundsatz treffen sich und arbeiten die Freimaurer
gemeinsam in Logen. Hier treffen sich Menschen mit ganz
unterschiedlichen Biographien und den entsprechenden
Lebenseinstellungen. Die Loge ist der Ort, wo philosophisch Themen
besprochen und Ideen eingebracht werden, aus welchen sich der Einzelne
Gedanken machen soll. Jeder Freimaurer ist aufgefordert, zu Themen
Ausarbeitungen zu machen, die er dann in der Loge vorträgt. Dies können
abgestimmte Themen sein, oder frei gewählt werden.
Weil Freimaurer
das Ganze betrachten, liberal sind, gibt es in den Themen keine Tabus.
Politik und Religion werden angesprochen und können dargestellt werden.
Aber da dies persönliche Befindlichkeiten betrifft, ist eine Diskussion
über diese Themen in der Loge ausgeschlossen.
Sich zu entwickeln,
sich des Unbewussten bewusst zu werden, ist für Freimaurer eine
Selbstverpflichtung. Jeder Mensch hat eigene Erfahrungen, die
einzigartig sind und ihn in einem besonderen Bewusstsein leben lässt.
Es
gibt in der Freimaurerei kein Lehrsystem und keine definierten Ziele,
welche zu einem bestimmten Zeitpunkt erarbeitet und erreicht werden
müssen. Dies würde in die Autonomie des Einzelnen eingreifen und seine
Individualität nicht berücksichtigen. Es werden Angebote gemacht, dazu
zu lernen, aber jeder soll diese aufnehmen und in sich selbst
integrieren. Jeder Freimaurer soll in der Gesellschaft fest verankert
sein und hat den Auftrag, vorbildlich nach ethischen Grundwerten für
sich und in der Gesellschaft zu wirken. Freimaurerei schließt deshalb
grundsätzlich weitere Bekenntnisse und Engagements in Religion, Verein,
Partei mit ein.
Es gilt das Bekenntnis zum Menschen. Wer, aus
welchen Gründen auch immer, ob religiös oder areligiös, an das Leben,
an eine menschenwürdige Gemeinschaft glaubt, kann sich in der
Freimaurerei engagieren. Freimaurerei forscht nach der einen Wahrheit,
ist keine Religion, noch will sie eine Religion ersetzen. Die
Schöpfung, die Welt und das Leben werden als großes Geheimnis
betrachtet. Freimaurer sind auf der Suche, das Geheimnis des absoluten
Prinzips zu ergründen und sind überzeugt, dass jedes Wesen dieses
Prinzip in sich trägt. Die Freimaurer bezeichnen das schöpferische
Prinzip allegorisch als „Das Licht“, jedes Wesen trägt einen Funken des
Lichts in sich. In diesem freimaurerischen Prinzip, welches diese
Begrifflichkeit umschreiben, kann sich jeder wieder finden, ohne dass
seine Glaubensgrundsätze verletzt werden.
Die Struktur der Freimaurerei:
Die
überkommenen Gebräuche der Bauhütten und die symbolische Verwendung der
Werkzeuge sind die äußere Struktur, nach welchen der Einzelne und die
Freimaurerlogen arbeiten.
Die ersten festen Gebäude aus Stein
waren Tempel, in der christlichen Zeit Gotteshäuser. Diese dienten der
Anbetung Gottes, gaben Schutz, demonstrierten Festigkeit und Macht. Im
Mittelalter waren Mönche die Baumeister in Bauhütten, sie holten
Laienbrüder dazu, die sich nach und nach in eigene Bauhütten
verselbständigten, aber den Geist und die Organisationsstrukturen
beibehielten. Mit diesen Strukturen und dienstfrei, steuerfrei mit
eigener Gerichtsbarkeit, standen sie außerhalb jeglicher weltlicher
Macht, sie waren frei.
Die Bauhütten bildeten Sozialgemeinschaften
mit eigenen Rechten, Pflichten und gegenseitiger Unterstützung. Frauen
und Männer arbeiteten zusammen. Nach und nach waren neben den praktisch
arbeitenden operativen Maurern auch ideell spekulative Maurer
Mitglieder der Bauhütten, bis es auch Bauhütten gab, die nur noch aus
männlichen, spekulativen Maurern bestanden die ersten Freimaurerlogen.
Arbeit:
Im
Treffen der Freimaurer wird über den Sinn der Werkzeuge nachgedacht, z.
B. Zirkel, Winkelmaß, Kelle, Maßstab, Lot und Wasserwaage.
In welchem Bezug zum täglichen Leben stehen die symbolischen Inhalte
der Werkzeuge?
Darüber
werden Ausarbeitungen angefertigt, aber dazu soll sich jeder Einzelne
Gedanken zum Thema machen. Eine gleichberechtigte, respektvolle
Gesprächskultur wird gepflegt. In den Gesprächen wird über ethische
Werte gesprochen und man kommt zwangsläufig ins Philosophieren und
behandelt Themen des Zeitgeschehens. Profan ausgedrückt: Es wird über
Gott und die Welt gesprochen, was das alles mit uns selbst zu tun hat
und welchen Standpunkt der Einzelne einnehmen und welche Konsequenzen
er daraus ziehen will. Die Themen sollen in aller Offenheit, mit
Toleranz und gegenseitigem Respekt besprochen werden, kein Thema ist
tabu. In Rede und Gegenrede soll jeder grundsätzlich seine Gedanken
ohne Unterbrechung ausdrücken können. Sehr persönliche Darstellungen
werden unkommentiert zur Kenntnis genommen. Es soll nicht gestritten,
sondern sich über Ansichten und Standpunkte ausgetauscht werden, seien
sie auch noch so kontrovers. Das führt dazu, dass zu bestimmten Themen
ganz unterschiedliche Aspekte zusammenkommen. Aus diesem
Erfahrungsschatz soll sich jeder das aneignen, was er für seine
Lebenseinstellung für gut befindet. So profitieren alle von der
gemeinsamen Arbeit.
Neben der intellektuellen Arbeit praktizieren die Freimaurer eine
rituelle Arbeit.
Ritual:
Das
Kernstück der freimaurerischen Arbeit ist eine gemeinsame rituelle
Zeremonie nach dem freimaurerischen Ritus. Dieser ist zeremoniell am
Vorbild einer Bauhütte orientiert. Er dient dazu, eine Verinnerlichung
der Werte und der Gemeinsamkeit herbeizuführen und ist ein Ausgleich
zur intellektuellen Arbeit.
Rituale sind strukturierte Abläufe mit
Wort und Handlung, welche über die profanen Alltagsbedeutungen hinaus
weisende Bedeutungs- oder Sinnzusammenhänge symbolisch darstellen oder
auf sie verweisen.
Indem Rituale auf festgelegte Handlungsabläufe
und bekannte Symbole zurückgreifen, vereinfachen sie komplexe Themen,
vermitteln Halt und Orientierung und erleichtern die übrige
Kommunikation. Auf symbolische Weise wird der Kern eines Themas
herausgearbeitet und unterstreicht und besiegelt eine Vereinbarung.
Wie
wichtig Rituale für den Menschen sind, zeigt die Tatsache, dass selbst
moderne Pädagogen Rituale als eine unbedingte Basis in der
Kindererziehung sehen; feste Zeiten, eine besondere Art zu wecken, ein
regelmäßiges gemeinsames Essen, eine besondere Art schlafen zu gehen.
Rituale führen zu Stabilität und erzeugen Vertrauen.
Die
individuellen Rituale im Erwachsenenalter haben ebenfalls die Funktion
einer Stabilität. Es gibt Menschen, die vollziehen jeden Morgen die
gleichen Handlungen, ziehen sich grundsätzlich immer den linken Strumpf
zuerst an und werden schlecht gelaunt, wenn sie dabei gestört werden.
Rituale
können einfach oder komplex sein. In der Gruppe schaffen sie Konsens,
bekräftigen gemeinsame Werte und besiegeln getroffene Vereinbarungen.
Die einzelnen Akteure versichern sich der Gemeinsamkeit.
Rituale
ermöglichen eine symbolische Auseinandersetzung mit Grundfragen der
menschlichen Existenz, etwa dem Bedürfnis nach zwischenmenschlicher
Beziehung, dem Streben nach Sicherheit und Ordnung. Viele soziale Riten
und Rituale besitzen auch religiöse Bedeutung oder überschneiden sich
mit religiösen Riten, z. B. Feiertage wie Weihnachten und Ostern. Trotz
unserer areligiösen Zeit versammeln sich zu Weihnachten immer noch
viele Menschen in der Kirche, um einen Gottesdienst zu feiern.
Jedes
gemeinsame Essen ist ein Ritual, welches nicht nur der Sättigung dient,
sondern Gemeinsamkeit herstellt und bekräftigt. Ein Hochzeitspaar und
die Gäste vereinen sich in einem Ritual und drücken gemeinsam die
Besonderheit des Anlasses aus. Eine Ehe könnte sonst auch per
Einschreibepost geschlossen werden, ohne dass die Alltagsgeschäfte
unterbrochen würden.
Rituale sind Ausdruck des menschlichen
Selbstbewusstseins, der Identität. Sie mögen für einen Beobachter
vielleicht keine Logik enthalten, man könnte es auch anders machen,
aber für den rituell handelnden ist dies unerheblich. Derjenige, der
ein Ritual vollzieht, befindet sich in einem Zustand des
„In-sich-selbst-gekehrt- seins“. Das, was er tut, hat nur mit ihm zu
tun und ist für Außenstehende in den letzten Begründungen und
Konsequenzen nicht nachzuvollziehen. Der Handelnde fühlt sich wohl, das
genügt, auch wenn die Handlungen umständlich und zeitraubend sind.
Im
Gegensatz zur intellektuellen Arbeit ist ein Ritual eine individuelle
sinnliche Erfahrung und braucht einen besonderen Ort. Der Raum der
freimaurerischen rituellen Handlung wird als Tempel bezeichnet, ein Ort
der Feierlichkeit und der Harmonie. Deshalb wird dieser Ort und die
Handelnden von äußeren, störenden Einflüssen geschützt.
Für
Außenstehende ist ein Ritus immer etwas Unerklärliches,
Geheimnisvolles, ganz besonders wenn sie ihn nicht beobachten oder
daran teilnehmen können.
In aller
Unterschiedlichkeit der freimaurerischen Systeme, für alle Freimaurer
in der ganzen Welt ist der freimaurerische Ritus das Verbindende in der
Idee, ist das Kernstück der freimaurerischen Philosophie und
Bestandteil der Identität. So ist es auch möglich, überall auf der
ganzen Welt, auch wenn man die Sprache nicht spricht, in den Logen an
freimaurerischen Ritualen teilzunehmen.
Ziele:
Freimaurer
übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere. Jeder Mensch soll
Mündigkeit erlangen und jederzeit frei über seinen Weg entscheiden
können. Alle Menschen sollen nach gleichen ethischen Grundsätzen
handeln: Die Natur und die Menschenwürde achten, Toleranz, Respekt und
Achtung gegenüber allen Menschen üben, das Unterschiedliche anerkennen,
das Gemeinsame suchen und für eine humanistische Welt eintreten, in der
alle Menschen gleich und frei leben können.
Der Freimaurer soll in
der Gesellschaft pflichtbewusst, vorbildlich handeln. Dafür entwickelt
er sein Bewusstsein, seine Liebe zur Schöpfung und Treue zu den
Menschen.